Was wir gegessen haben

In jedem Land bin ich immer wieder ganz neugierig darauf, die lokalen Speisen zu probieren. Für den letzten Abschnitt habe ich eine Postseite eingerichtet, auf der ich fortlaufend über Spezialitäten berichte. Jede neue Speise steht immer oben und ich speichere die Seite jeweils neu ab. Manchmal werde ich auch über Getränke oder besondere Orte, die mit Essen oder Trinken zu tun haben, berichten.

Russische Frühstück

das Bild ist vom zweiten Tag aus dem Hotel in Ustye Vidlitsy

  • Kascha, das ist Grütze mit geschmolzener Butter,  am ersten Tag aus Hafer, am zweiten aus Hirse (?). Meistens wird Kascha aber aus Buchweizen gemacht.
  • Butterbrot, weißes Brot mit Butter und neutralem Käse
  • Blini, hier als dünne Pfannekuchen ohne Hefe, am ersten Tag mit Vanillesoße, am zweiten mit geschmolzener weißer Schokolade. Nein,  es war keine geschmolzene Schokolade sondern eingedickte Kondenzmilch!
  • Omlette, am ersten Tag, am zweiten Tag stattdessen tworok, russischen Hüttenkäse mit Smetana / saurer Sahne

 

Piroggen

 

Eine der Nationalspeisen Russlands und es scheint viele Variationen zu geben. Und aus unterschiedlichem Teig. Und viele Rezepte finden sich im Internet.

Unsere ersten Piroggen im Cafe Stolle in Petersburg waren aus Hefeteig. Sie werden auf großen Blechen gebacken und dann in Stücke geschnitten verkauft, es geht nach Gewicht, 125 g, 250 g oder ein Kilo.

Aha, das war in den Paketen, die die Kunden in der Hand hatten. Ganz offensichtlich boomt auch der Außerhausverkauf.

Wir haben aber im Lokal gegessen. Karl hatte eine süße Füllung mit Kirschkompott, ich habe Lachs gewählt gehabt. Ich habe mich an die tollen Hefekuchen in Tallin erinnert ( hier ganz unten im Bericht beschrieben). Der Kellner hatte mir schon da erklärt, dass es sich eigentlich um eine russische Speise handelt.

 

 

 

Syrniki – Сырники mit Kirschkompot

Diese wunderbare Frühstücksspeise habe probiert. Gebratene Quarktaler, ganz weich innen, leicht knusprig außen, etwas süß und hervorragend zum Kirschkompot. Der Kellner verzweifelte etwas an mir denn er hatte verschiedene Arten von Soße, Kompot etc. im Angebot und ich verstand ihn nicht. Erst als ich energischer auf das Bild in der Speisekarte zeigte, dort sind die Syrniki mit Kirschkompot abgebildet, lächelte er. Ich hatte die beste Alternative gewählt denn da u.a. stand noch: Нутеллу / Nutella, сметана / saure Sahne, мед / Honig.

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Medovnik – Медовик

Seit einen Jahr bekommen die Gäste bei mir in Bielefeld diese russische Honigtorte vorgesetzt. Eine nahrhafte Speise aus 6 – 8 gebackenen Teigschichten (eine Mischung aus Bisquit und Mürbteig mit viel Honig) und saurer Sahne, eingehüllt mit Teigkrümeln. Sie ist bei den Gästen ganz beliebt. Ich habe den Kuchen letztes Jahr in den baltischen Ländern kennengelernt und das Rezept mitgebracht.  Sobald es möglich war, habe ich den Kuchen hier probiert und was soll ich sagen: Hier war er um Längen besser, weicher, nicht so kompakt. Ich werde noch mehr andere Rezeptevariationen ausprobieren müssen.

 

 

 

 

 

 

Neunaugen

Auf dieser Reise hat alles mit den Neunaugen angefangen. Beim Abendbrot in Narva stand als Vorspeise eine Fischplatte für zwei und alternativ Lamprey (engl.) – минога (russ.) auf der Speisekarte. Wir haben die Fischplatte bestellt, weil auch sie Lamprey enthielt. Und wir bekamen das:

Dünne, schlangenähnliche Fischstücke, die offensichtlich etwas gebraten und dann in einen leichten Essigsud eingelegt waren, ein zarter angenehmer Fisch. Innen konnten wir die Rückengräte und direkt darunter eine braune Masse erkennen. Gräten waren sonst keine da. Wir haben mehrere Fische seziert und konnten uns doch die Herstellung dieser Fischspeise nicht erklären. Beide waren wir uns sicher, das das Braune irgend eine Art Füllung ist. Erst die Recherche im Netz hat uns schlauer gemacht. Der Fisch ist gar kein Fisch, sondern ein fischähnliches Wirbeltier und er lebt eine zeitlang als Parasit (zumindest die meisten Neunaugenarten tun das). Er saugt sich an größeren Fischen fest und raspelt Fleischstücke heraus und trinkt das Blut des Wirts. In Narva ist das Neunauge ein beliebter Fisch. Es gibt sogar im September das Lamprey Festival.

Unser Fisch hatte keine Gräten und die braune Füllung waren Fischeier. Am nächsten Abend haben wir den Fisch noch mal gegessen, und da hatten wir keine Fragen mehr.

 

 

Pelmeni

Mehl, Wasser, Salz, Eier aus diesen vier Zutaten lassen sich unendlich viele Gerichte herstellen. Wobei, Eier werden manchmal auch weggelassen. Tortellini, Maultaschen, Ravioli gibt es, wenn die Form mit einem Happs gegessen werden kann. Aus den vier Zutaten lassen sich aber auch Nudeln jeder Form, Strudelteig, ja sogar flache Brote arbeiten. Nun, wir haben es hier mit den gefüllten Teilen zu tun, die mit einem Happs zu essen sind und die in Flüssigkeit gegart werden

Bei den russischen Pelmini handelt es sich um diese besondere Art gefüllter Nudeln, die in Salzwasser oder Brühe gekocht werden. Wir haben sie (vermutlich nur das erste Mal, viele weitere werden folgen) in einem Cafe/Restaurant in Weliki Novgorod als Mittagsimbiss gegessen. Sie waren ganz offensichtlich selbst gemacht und wurden in schönen Keramikschüsseln serviert.

Die linken Pelmini hatten etwas Rote-Bete-Wasser im Teig und waren mit Hühnerhack gefüllt. Die mittleren waren mit regionalem Fisch (u.a. Karpfen)  und die ganz rechten Pelmini völlig vegetarisch mit Gemüsefüllung. Serviert wurden sie uns wahlweise mit saurer Sahne, Majonaise, Ketchup oder Olivenöl. Wir haben es mit saurer Sahne und mit Mayonnaise probiert. Saure Sahne („Smetana“) war die bessere Wahl.

Im Supermarkt um die Ecke habe ich Pelmini auch in der Tiefkühltruhe gefunden. Hier lagen sie in einer Dose, die geöffnet werden konnte. Jede schaufelte sich genau die Menge heraus, die sie wollte.

 

Auf der Seite des Russlandsjournals, mit der wir auch etwas Einblick in Sprache und Kultur bekommen haben, wird dieses Pelminirezept veröffentlicht. Das scheint mir dem zu entsprechen, was uns serviert wurde.

 

Hausgemachte Limonade

Auf der letzten Reise gab es sie überall. In Deutschland finde ich sie ganz selten. Und hier gab es sie wieder, die „Hausgemachte Limonade“.

Wasser, Eis in Würfeln oder gecrushtes Eis, etwas Zuckersirup und Kräuter oder Obst sind die Zutaten.

Heute habe ich eine besondere Art serviert bekommen:

Gecrushtes Eis, frische Pfefferminze, viel gewürfelter Ingwer, ganz wenig Zitrone in Scheiben und zwei große Zweige Rosmarin auf einen Liter Wasser und vermutlich etwas Zuckersirup. Das Getränk schmeckte ganz leicht süß.

Wunderbar. Im Sommer liebe ich sie.

 

Bäckereibüdchen

An der Ecke vor unserem Haus in Nowgorod steht eine Bude. Dort werden frische Backwaren von sehr guter Qualität verkauft . Im Fenster auf der einen Seite sind die süßen Waren ausgestellt, auf der anderen Seite die herzhaften. Beim ersten Mal habe ich als kleinen Snack Teilchen gekauft, die wie Apfeltaschen aussahen. Sie waren mit Champignons gefüllt!! Ich hätts mir auch denken können. Alle süßen Teile haben Puderzucker obendrauf. Die Büdchenverkäuferin wärmt die Gebäckteile auf Wunsch in der Mikrowelle und liefert auch Kaffee im Pappbecher oder Saft dazu. Und natürlich gibt es auch verschiedene Brote. Es gibt in der ganze Stadt solche Buden.

 

 

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Mechthild Verfasst von:

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