Hobbys in Helsinki

Der letzte Tag in Helsiniki ist der langsamen Gangart und den Hobbys gewidmet. Es gibt viele Antiquariate, aber immer nur ganz wenige deutsche Bücher und nichts für Karls Spezialgebiet. Das ist eigentlich auch nicht zu erwarten. Aber mal durchschlendern, das geht immer.

Für mich als Näherin gibt es dagegen viele Gelegenheiten. Named Pattern ist ein kleiner Schnittmusterverlag von zwei  jungen Finninnen. Ihre Schnitte sind toll und ich habe schon viele Sachen danach genäht. Das kleine Atelier liegt in dem Viertel, in dem wir auch unsere Wohnung haben. Wir gehen zu Fuß dort hin. Saara und Laura Huhta freuen sich sehr über unseren Besuch. Beide sind sehr nett.  Sie erzählen, dass ihr erstes Buch im Oktober erscheint (Breaking the Pattern: A Modern Way to Sew)  und im Prinzip fertig ist. Bei Amazon gibt schon eine Beschreibung. Demnächst kommt noch ein neues Schnittmuster. Auf dem Arbeitstisch liegen rote und mittelblaue zugeschnittene Stoffe. Ich bin gespannt, was da entsteht.

Wir wohnen im Kallio, einem bunten Viertel, das sich gerade vom preiswerten Arbeiterwohnviertel zu einem trendigen Teil Helsinkis entwickelt.

Wir entdecken viele kleine junge Kunstgewerbebetriebe. Mit zwei Hutmacherinnen (RubylaMyri) in ihrem kleinen Gemeinschaftsladen komme ich ins Gespräch. Rubyla macht 50er Jahre Hüte und Turbane und Myri arbeitet alte Filze und Hüte um. Es gibt nur noch zwei traditionelle Hutgeschäfte in der Stadt und sie hoffen auf neue, insbesondere junge Kundinnen. Das rote Modell auf dem Tisch wird für eine Modenschau benötigt.

Das Kallio Viertel besteht aus hohen oft 5- bis 6-stöckigen alten und neuen Häusern und umgebauten Fabriken und zwischendrin kleine grüne Flecken.

 

An vielen Stellen wird renoviert. Es gibt Kneipen, in denen schon montag morgens Bier getrunken wird, aber auch moderne Cafebars und Restaurants. Und ich sehe viele Secondhandläden und Antiquitätengeschäfte.

Liebe Tochter, diesen Salz-Pfefferturm haben wir dir nicht gekauft.

Den Rest des Tages verbringen wir mit entspannen, ausruhen, etwas aufräumen, tanken, noch mal essen gehen und einen Abschiedsschluck trinken.

Helsinki hat uns gefallen. Es ist eine der entspannteren europäischen Hauptstädte. Das Preisniveau in der Gastronomie ist, verglichen z.B. mit Berlin, deutlich höher. Wir waren ausschließlich zu Fuß und mit den gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, eine Fahrt kostet 2,90 €. Es gibt aber auch Spezialangebote für den Tourismus (die hier abgebildete Tram ist nun zufällig gerade mit Defekt liegengeblieben und macht die Kreuzung zu…)

Manche Dinge haben wir (noch) nicht ausprobiert. Es gibt tolle öffentliche Saunen, eine neue, besonders auffällige direkt am Marktplatz. Und Kalakkuko, Fisch im Brotteig habe ich nicht gefunden. Nun, wir kommen auf dieser Reise ja noch einmal nach Finnland. Da gibt es eine zweite Chance. Und noch ist uns keine der berühmten finnischen Mücken begegnet. Die mögen wohl die Stadt nicht. Mücken werden wir sicher noch sehen und spüren.

Und am meisten überrascht haben mich diese zwei DInge:

In vielen Restaurants gibt es Selbstbedienung, besonders in der Mittagszeit ist das so .

Fast immer in den Toiletten für Frauen gibt es Handbrausen oder zumindest Wasserkräne neben der Toilettenschüssel. Für die Toiletten für Männer kann ich das nicht sagen (Karl: ich glaube, es ist ein Bidet-Ersatz). Selbst im alten Gebäude des Nationalmuseums, in den alten hölzernen Toilettenkabinen in Helsinki, war ein Wasserhahn mit Abfluss im Boden nachgerüstet worden. Oft habe ich zusätzlich in der engen Kabine noch ein Handwaschbecken gefunden. Vor der Toilettenkabine gibt es dann noch mal die üblichen Handwaschanlagen. Hier habe ich ein Foto von unserem Bad in der kleinen Ferienwohnung eingestellt:

Zum Helsinki-Abschluß auch von mir (Karl) noch eine Bemerkung: ich hätte nicht gedacht, dass die Stadt so hügelig ist! Zumindest in der Gegend, in der wir wohnen (nördlich vom Altstadtzentrum) geht es doch ordentlich auf und ab und die Radfahrer müssen sich anstrengen. Und immer wieder auch mitten im Gelände mächtige Granitfelsen, blankgerieben in Tausenden von Jahren von kilometerdickem Eis (s. das Beitragsbild oben).

Auf diesen Blöcken kann man sich aber prima sonnen; und wenn man um sich blickt, sieht man, dass alle Trafo-Kästen künstlerisch verziert sind:

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Mechthild Verfasst von:

3 Kommentare

  1. Eva
    22. Mai 2018
    Antworten

    Wie schade, der hätte gut in meine Sammlung gepasst. Aber ihr werdet bestimmt noch andere schöne Mitbringsel finden 😉 Gute Reise weiterhin und liebe Grüße!

  2. Mechthild
    22. Mai 2018
    Antworten

    Lass dich überraschen….
    Schöner Gruß
    Mechthild/Mutter/MeMu

  3. […] meiner großen Reise, die mich in Helsinki auch in das  kleine Atelier der Named Pattern Schwestern geführt hat, war klar, als erstes werde ich zuhause wieder ein Named Kleid nähen. Die Wahl fiel […]

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