in (und am) Nationalpark Biogradska Goda

heute wollten wir nach Kolašin fahren, einer relativ kleinen Stadt auf dem Weg nach Podgorica und zum Meer. Im Reiseführer klang eine Pension (Vila Jelka) sehr interessant, weil sie seit einiger Zeit „Öko-Tourismus“ machen und spannende Dinge anbieten. Per E-Mail hatte ich nach einem Zimmer gefragt und dann mitgeteilt, dass wir heute Mittag kommen würden.

Unser Navi führte uns dann nach Berane und auf die Straße Richtung Kolašin. Sehr gut ausgebaut, fast nagelneu, durch wunderschöne Natur, Berge, Wiesen, blauer Himmel, kaum Verkehr, kaum Dörfer.

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Irgendwann war diese tolle Strasse aber zu Ende und es ging auf immer schlechter werdender Strasse weiter. Trotz Bedenken entschlossen wir uns, weiterzufahren, aber dann war doch Schluß. Die Schlaglöcher waren so tief, das Fahren so schwierig, es mußte was verkehrt sein. Wir hatten nur einige Hirten mit ihren Schafen, Ziegen und Kühen gesehen,

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aber dann war da ein Haus, Rauch kam aus dem Schornstein, mehrere Männer arbeiteten da. Ich fragte einen, und der machte gleich unmißverständlich klar, dass wir mit unserem Mercedes nicht weiterfahren sollten. Es sei zwar die Strasse nach Kolašin, aber ohne Allradantrieb käme man da nicht weiter! Er war übrigens Russe und erklärte, sie würden hier ein Haus bauen in der Erwartung, dass die Strasse weiter asphaltiert werden würde, er sprach sogar von einem Tunnel durch den Berg vor Kolašin!

Also wieder mal: umkehren! Die ganze Strecke bis Berane zurück, dann auf der richtigen Strasse mit wesentlich mehr Kilometern über Bijelo Polje und Mojkovac bis nach Kolašin. Mit Hilfe von Touristen-Büro und einem älteren Passanten erreichten wir dann die angestrebte Vila Jelka, um festzustellen, dass sie geschlossen war! Der nette ältere Herr, der uns hingeführt hatte, rief dann mit dem Handy den Besitzer an, den er gut kannte, ich bekam das Handy und erfuhr dann von ihm, dass er ihm Wald sei und nicht kommen könne und dass im übrigen seine Pension erst Mitte Juni wieder geöffnet sei!! Wir könnten aber bei dem Herrn übernachten, der uns zur Vila geführt hatte. Das taten wir dann auch und mieteten uns dann bei ihm ein, Zimmer für 25 €, das ganze Haus mit mehreren Zimmern und Apartments eindeutig auf Wintertourismus eingerichtet wie überhaupt der ganze Ort, wobei aber im Sommer die Wanderer da sind. Jetzt „zwischen den Saisons“ war überall ziemlich „tote Hose“.

Wir machten uns dann am Nachmittag nach einer Erholungs- und Besinnungspause noch auf, um den Nationalpark zu besuchen. Dieser Park Biogradska Goda ist seit 1872 als solcher eingestuft und damit der zweitälteste der Welt (nach dem Yellowstone Nationalpark in den USA)! Er ist sehr groß, enthält einen der letzten europäischen Urwälder und in ihm sind ganz viele seltene Pflanzen und Tiere beobachtet worden.

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Wir fuhren in den Park bis zum Biogradska Jezero, einem großen Gletschersee. Ein wunderbarer Anblick empfing uns. Das klare ruhige Wasser, umgeben von hohen und teils schneebedeckten Bergen (bis 1800m), mit teils mehrere hundert Jahre alten und bis zu 50m hohen Buchen, auf dem sonnendurchfluteten Waldboden ein dichter grüner Teppich wohl von einer Bärlauchsorte – wie schön! Der Wanderweg um den See herum (etwas über 3km lang) war ohne Probleme zu begehen, an der Stelle, wo mehrere Flüsse in den See münden, wurden wir auf einigen hundert Metern auf einem erhöhten Holzplankenweg durch die Pflanzen- und Wasserwelt geführt.

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Das hat uns so gut getan, die Sonne schien, es war nicht zu heiß (ca. 15 Grad), es waren außer uns vielleicht noch 5 Menschen unterwegs. Unser „Irrweg“ auf dem Hinweg hatte uns ja praktisch die ganze Zeit an der Südseite dieses Naturparks entlang geführt, und Mechthild und ich waren beide der Meinung, dass es gar kein Irrweg war sondern eine Bereicherung unserer Erfahrungen.

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Karl Verfasst von:

3 Kommentare

  1. Christine
    24. April 2016
    Antworten

    Wirklich schöner Bergsee, wie man sieht! Wie schön, dass Ihr Euch in gewisser Weise treiben lassen könnt. Dadurch bringt Euch der Zufall an wunderschöne Orte!

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