es geht auf Weihnachten zu…….

gestern, am 21.06., war Mittsommernacht. Hier am Polarkreis geht die Sonne nicht unter den Horizont und es war immer so hell, dass es fast schmerzte. Ab heute werden also die Tage wieder kürzer, es geht auf Weihnachten zu! Heute verlassen wir Lappland auf dem Weg Richtung Turku. Aber vorher besuchen wir in der Nähe von Rovaniemi, der Verwaltungshauptstadt Lapplands, noch den Polarkreis, der dort nämlich entlang läuft. Ihr entsinnt euch, wie wir auf der Hinfahrt in Russland den Polarkreis überschritten haben? Ein Denkmal an der Strasse nach Murmansk, 4 andere Touristen, das war’s. Hier kann ich mich direkt auf ihn stellen bzw. über ihn hinweg springen.

Außerdem ist hier ist der Teufel bzw. der Weihnachtsmann los, denn um den Polarkreis herum hat man Santa Claus beheimatet und ein entsprechendes touristisches Village gebaut mit Restaurants (wo wir immerhin ein gutes Frühstück bekommen), Souvenirshops und einem besonderen Postamt.

Hier kann man allerlei kitschige Postkarten kaufen, die dann in einen besonderen Briefkasten kommen und mit speziellem Weihnachtsmann-Stempel versehen werden. Man kann aber auch den Weihnachtsmann beauftragen, zum 24.12. eine Sendung zu schicken. Hierzu muss man Namen und Adresse aufschreiben („in capital letters“), am Schalter 8,90 € bezahlen und dann verfaßt der Weihnachtsmann eine Karte, die direkt zu Weihnachten zugestellt wird. Ihr werdet ja sehen, ob wir das gemacht haben oder nicht…

Auf einer Tafel steht eine Auswertungstabelle mit den Ländern, aus denen die meisten dieser Bestellungen gewünscht wurden. Wer steht an erster Stelle? Deutschland? Falsch: China!! Deutschland taucht unter den ersten zehn Ländern gar nicht auf! Kinder können übrigens auch ihre Schnuller hier deponieren, sicher verknüpft mit dem Wunsch für ein bestimmtes Geschenk.

Also der komplette Gegensatz zu Russland. Allerdings muss man ja auch sehen, dass hier eine ganz und gar touristische Gegend ist, während in Russland kaum ein Mensch auf dieser Strasse gen Norden fährt, so dass sich der Aufbau eines Zentrums z.B. für Väterchen Frost gar nicht lohnen würde.

Dann also gen Süden. Bei der kleinen Stadt Simo südlich von Kemi ist die Grenze von Lappland, der größten und zugleich am dünnsten besiedelten Landschaft Finnlands. In strömendem Dauerregen erreichen wir dann Oulu am Bottnischen Meerbusen, unsere heutige Station. Als wir im Ort sind, hört der Regen auf und wir können trocken bleiben beim Aussteigen.

Heute (und wohl inklusive des Wochenendes) ist offensichtlich in ganz Finnland mit dem öffentlichen Leben Ruhe, alle sind in ihren Mökkis, den Ferienhäuschen, und feiern das Mittsommerfest. Die nette Verkäuferin im Messergeschäft gestern hatte schon gemeint, es werde heute ganz kalt und am besten sei man in der Sauna aufgehoben. Nun, in der Stadt kann man das erleben, es ist nichts los. Sonst sicher belebte Fußgängerzonen sind leer (sicher auch wegen des Regens),

die Markthalle ist geschlossern wie auch die vielen Marktstände davor

vor dem monströsen Betonklotz von Theater und Kongresshalle liegen lediglich ein paar Jugendliche und genießen die gerade mal scheinende Sonne

Im wesentlichen aber regnet es wieder, Gelegenheit noch, die schöne Domkirche Sofia Magdalena zu besuchen (erbaut 1776, abgebrannt 1822, erneuert 1828-32), die in ihrer schlichten Schönheit mit geraden Linien, hellen Flächen und Marmorsäulen und den zurückhaltenden Vergoldungen beeindruckt. Die Kirche ist das Zentrum des nordfinnischen Kirchenlebens und Bischofssitz

Bei dem Wetter fallen weitere Unternehmen aus, Essen im Hotel paßt dann gut, weil ja auch sonst fast alles geschlossen ist. Nur die finnische Fahne ist gehißt worden, sie bleibt sogar über die Mittsommernacht hinaus hängen. Es wirkt, als seien diese Tage der Sonnenwende finnischer Nationalfeiertag

Neueste Beiträge

Neueste Kommentare

Mechthild Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. Christine
    22. Juni 2018
    Antworten

    gutes Bild von Karl!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.