mehr von Sankt Petersburg

Nach der großen kulturellen Zeit in der Eremitage gestern stand uns heute mehr der Sinn nach schlendern und treiben lassen. Zuvor hatten wir uns aber mit einer Berliner und jetzt Sankt Petersburger Frau verabredet, die ich über das Bloggen von Kleidung kennen gelernt hatte. Ich fragte sie nach guten Stoffgeschäften und wir haben dann zusammen Mittag gegessen. Ich konnte meine Fragen loswerden und sie hat uns tolle Tips für Sankt Petersburg gegeben. Wunderbar. Danke dafür Bimbambuki.

Einer ihrer Hinweise war eine Schrift als Mahnmal an einem der Häuser aus dem Zweiten Weltkrieg. Es wird darauf hingewiesen, dass es sicherer sei, auf der südlichen Straßenseite zu gehen, weil man dort von den feindlichen deutschen Flugzeugen nicht so schnell gesehen werde, die immer von Süden kamen. Da steht: „Bürger! Bei Artilleriebeschuss ist auf dieser Seite der Straße gefährlicher!“

Es ist hier in Russland im übrigen gar nicht so einfach, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Mein Eindruck verstärkt sich, dass selbst wenn jemand etwas Englisch spricht, er oder sie lieber nicht ins Gespräch kommen will. Einfach so drauf los sprechen und auch Fehler machen ist hier wohl nicht so das Ding. Obwohl wir bisher nur freundliche und hilfsbereite Menschen erlebt haben.

Hier einige Aspekt die uns heute beschäftigt haben:

Metro fahren

Der Verkehr in Sankt Petersburg ist was für Geübte. Wir haben einen guten Parkplatz und bewegen uns in der Stadt viel lieber mit der Metro. Die ist sehr preiswert und großartig. Die älteste Linie, die Linie 1, ist auch die, die zu unserer Wohnung führt. Sie wurde 1955 eröffnet. Die Rolltreppen gehen sehr tief in die Erde, denn der Boden ist geologisch nicht sehr stabil. Wir haben heute einige kleine Zahlenspiele mit der Metro gemacht. Die Rolltreppe „unserer“ Station scheint uns besonders lang zu sein. Es dauerte  etwas mehr als 3 Minuten bis wir unten angelang waren. Das ist ziemlich lange. Dementsprechend machen die Menschen auf der Fahrt alles Mögliche. Fast ein Fünftel aller Menschen schauen in ihr Handy. Ich habe das heute ausgezählt. Einige wenige lesen in einem Buch, machmal sehr ich auch jemanden kurz einnicken. Wenn es runter geht, laufen einige auch links an der Schlange vorbei. Da bekommt man ganz schöne Geschwindigkeit drauf. Wenn es nach oben, geht läuft keiner!

Die Stationen der Metro sind ziemlich unterschiedlich. Hier Detailbilder von einer alten Station.

Besonders finde ich aber die Stationen, wo man vor der geschlossenen Tür auf die Metro wartet. Der „geschlossene Typ“, bei Wikipedia kann man das hervorragend nachlesen. Mir gefällt die rote Stadion ganz besonders gut. Dieses Fotos davon hatten wir vorgestern schon mal gezeigt.

Bewerkenswert sind auch die intensiven Sicherheitsverkehrungen. Jeder Eingang wird von mehreren Wachleuten bewacht, alle müssen durch eine Schleuse und ich habe immer wieder gesehen, das jemand zur intensiveren Kontrolle in einen Raum gebeten wurde. Sicher wurden diese SIcherheitsmaßnahmen verstärkt nach dem Terroranschlag im April letzten Jahres mit immerhin 16 Toten und mehr als 50 Verletzten. Sicherheit wird vermutlich in der nächsten Zeit noch größer geschrieben bei der Fußball-WM.

Kommerz

Überall sind schon Hinweise auf die Fußballweltmeisterschaft zu sehen und die Souvenir Shops haben eineThema mehr. Ich habe z.B. Matroschka-Puppen als Fußballspieler gesehen. Hier weitere Fotos dazu.

Wir sind in eins der größten russischen Kaufhäuser „Gostiny Dwor “ Гостиный Двор, russisch für Gasthof, geschlendert, das ganze gelbe Gebäude auf dem Foto!

Das funktioniert nach den Shop-im-Shop System. Ein kleiner Laden neben dem nächsten. Das Kaufhaus ist zweistöckig und hat rund herum einen breiten Balkon und Treppenhäuser aus dunklem Mamor. Eine ganze Tour um den Komplex herum ist sicher über 1000 Meter lang!

Weil es heute doch heiß war, standen die Türen dazu offen und es gab wunderbare Ausblicke auf die Hauptstraße unten, den Newski-Prospekt. Hier gibt es fast alles. Der Laden für Kaviar hatte sogar ein Aquarium mit jungen Stören:

 

Im letzten Jahr in Estland, in Haapsalu  hatte  ja meine Begeisterung für Lacetücher begonnen. Und ich hatte da auch schon gelernt, dass diese Schals eigentlich aus Russland, aus Orenburg, kommen. Jetzt in einem dieser kleinen Läden im Kaufhaus fand ich ein Regal mit echten Orenburger Schals aus feinem Ziegenhaar. Die estnischen Schals werden übrigens aus Schafswolle hergestellt. Vermutlich hätte ich schon in Haapsalu einen dieser kunstvoll gestrickten Schals gekauft, wenn der Laden nicht beschlossen gewesen wäre. Hier hatte ich erneut die Gelegenheit und habe gezaudert und überlegt, bis Karl mir energisch zugesprochen hat. Jetzt bin ich in Besitz so eines Stückes. Und er wurde sogar noch runtergesetzt. Auf dem rechten Foto der Test: der Schal geht durch einen Ehering!

 

Morgen oder übermorgen werden wir dieses beeindruckende Gebäude anschauen, die Isaak-Kathedrale. Heute hatte es schon geschlossen.

 

Und das Bild des Tages ist auch gleichzeitig das Beitragsbild. Diese Katzenkinder habe ich auf einer der Hauptstraßen fotografiert, mitten im Trubel und umringt von Touristen und Touristinnen. Sie wurden gerade von einer der Ladenbesitzerinen gefüttert. Die Katzenmutter kam immer mal aus dem Keller und hat nach ihren Kindern geschaut. Sankt Petersburg hat eine besondere Beziehung zu Katzen. Davon vielleicht demnächst mehr.

 

 

 

 

 

 

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