Rueckreise an der Ostsee entlang – Lettland: Saulkrasti und Ventspils

Am Samstag war der eigentliche Mittsommertag. Ein hoher Feiertag überall im Baltikum. Unsere Rückreise geht immer an der Ostsee entlang. Bei der Planung hatten wir auf Sonne und Badewetter gesetzt. Jetzt stürmt es aber und immer wieder gibt es kleine Regenschauer. Baden im Meer werden wir also nicht. Aber mal schaun, was die Orte sonst so bieten. In Estland war überall noch geflaggt und die Sonnenwendefeuer glimmten oft noch. Problemlos die Einfahrt nach Lettland, Halt für eine Nacht von Samstag auf Sonntag in Saulkrasti. Der kleine Badeort entwickelte sich wegen seines langen wunderbaren Sandstrandes ab Mitte des 19. Jh. zu einem beliebten Ferienort der Einwohner Rigas.

Saul Strand

Busse und Bahnen fahren stündlich von dort nach Saulkrasti. Dementsprechend gibt es allerlei Sommervergnügen am Ort. Wir haben davon noch nicht viel mitbekommen, die Saison beginnt ja gerade. In Saulkrasti regnet es fast immer, bei einem längeren windigen Spaziergang, der dann doch möglich ist, konnten wir schon mal sehen, was im Hochsommer geboten wird. Dieses „Zwergen“-Rad, eine Wortschöpfung von Karl, z.B. wird dann sicher eine Kinderattraktion (wenn es überhaupt funktioniert)

Saul Zwergenrad

 

Am Morgen ging es dann weiter nach Ventspils. Hier sahen wir andere Mittsommersymbole. Landesfahnen waren nur an öffentlichen Gebäuden aufgezogen. Dafür hatten viele Autos kleine Büsche hinter die Stoßstangen gesteckt. Gefeiert wurde in Lettland sicher auch, denn als wir nach Riga kamen (mußten wir ja durch), stand Polizei auf der Strasse, hielt alle ohne Ausnahme an und alle mußten ins Alkoholmessgerät pusten! (Anmerkung Karl: Mechthild mußte auch pusten und durfte weiterfahren…)

Später sahen wir dann auch Mädchen mit Blumenkränzen im Haar, gekaufte und auch selbstgebundene.

Mittsommer Blumenkranz

 

Immer am Meer, an der Rigaer Bucht entlang, ging es durch endlose Kiefernwälder (mit ein paar Birken dazwischen). Hier ist der Nationalpark Slitere entstanden. Es gibt hier noch Moore und Feuchtgebiete und dann auch Erlen und andere Laubbäume.

Eine der Naturereignisse ist diese 20 Meter hohe weiße Düne, an deren Füß sich ein kleiner Bach langschlängelt. Ganz komfortabel kann man dieses Schauspiel auf einem 900 Meter langen Bohlenweg (der frisch renoviert war) genießen.

weiße Duene 3 Weiße Duene 2

Schon seit langer Zeit ist diese Gegend besiedelt. Archäologen haben steinzeitliche Artefakte gefunden. Die heutige Strategie ist es, den Wald wieder ganz natürlich sich selbst zu überlassen. Nur die Bäume und Sträucher, die den Weg stören, werden gefällt aber nicht weggeräumt. Auch werden die duch die Bewegungen der Düne umgekippen Bäume sich selbst überlassen.

Und weiter ging es die Küstenstraße entlang, duch die Kiefernwälder. Da wo sich die Bucht von Riga und die Ostsee treffen, ganz oben im Nordwesten, liegt Kap Kolka. Ein breiter langer Sandstrand, sicher auch wunderbar geeignet zum Baden, heute aber unglaublich stürmisch. Hier halten wir uns deshalb nur kurz auf. Es bläst mich fast weg.

StrandStrand 2

Übernachten werden wir in Ventspils. An der Mündung der Venta wurde diese Stadt 1253 gegründet. Sie gehörte auch zur Hanse und hat den alte deutschen Namen Windau. Diese Stadt nur für einen kurzen Besuch zur Durchreise zu sehen ist eigentlich zu schade. Es gibt verschiedene Dinge, die es zu erkunden sich lohnen würde: Da gibt es die alte Burg aus dem 13. Jh., den noch immer bedeutenden Industriehafen, die Stadtteile mit den alten Holzhäusern, die hier in der Stadt besonders gepflegte Handwerkerkultur usw.  Es gibt aber doch auch Zeichen des Verfalls und auffällig viele alte Häuser werden zum Kauf angeboten.

Wir nehmen uns aber nicht die Zeit dafür.  Wir sind nämlich satt. Das merken Karl und ich daran, dass wir so viel weniger neugierig sind auf Neues als zu Anfang unserer Reise. Es muss schon etwas ganz besonders sein. In dem wirklich sehr schönen Hotel Zitari in dem wir abgestiegen sind, gibt es auch ein gutes Restaurant. Die beiden Kellnerinnen tragen wunderschöne blaue lange Röcke. Den ganzen Abend schwebten sie damit durch die Räume und sahen ganz großartig aus. Am Ende habe ich sie um ein Foto gebeten.

Lange Roecke 1

Die Röcke nehmen ein wenig den alten traditionellen Stil der Gegend auf, sind dabei doch moderner und eleganter. Lange Roecke 2Die Paperbag-Waists und die tiefen Kellerfalten lassen die Frauen in ihren knöchellangen Röcken umwerfend aussehen, auch wenn sie gerade Stapel von Tellern tragen. Die beiden haben mir erzählt, dass die Röcke speziell für sie von einem/einer der örtlichen Handwerker / Handwerkerinnen entworfen und genäht worden sind. Toll.

Und es gab noch eine Überraschung für mich. Den Nachtisch „Rye Bread Dessert“ hatte ich danach ausgesucht, dass es ein regionales Rezept sein sollte, unter dem ich mir auf der Speisekarte nichts vorstellen konnte. Ich liebe solche Überraschungen. Und es kam ein Dessert, das fast identisch mit „Westfälischer Götterspeise„, einem geliebten Nachtisch aus meiner Münsterländer Heimat war. Ich habe leider kein Foto davon gemacht.

Morgen geht es weiter. Mal sehen, was dann in der Rückreisewundertüte auf uns wartet. Letzte Station wird Klaipeda sein, das alte Memel.

 

 

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