Weiden in der Oberpfalz

Es geht wieder los. Die Nachbarn haben uns abends bei einem Wein freundlich verabschiedet und noch etwas Reiseproviant vorbeigebracht. Eine Nachbarin kommt sogar um 10.00 Uhr noch mal und winkt uns. Wir sind wirklich zuhause in Bielefeld und in unserer Straße. Mit dieser wohligen Basis im Rücken fällt es leicht wegzufahren. Wir kommen ja wieder.

Dieses Mal wollen wir ausführlicher zunächst Tschechien und dann die Slowakei besuchen. 500 Km sind für die erste Etappe unserer Reise aber genug und so soll die Oberpfalz unser erstes Ziel sein. Unterwegs haben wir wunderbaren Sonnenschein. Es ist kalt aber mit der funktionierenden Heizung kein Problem. Als wir durch Hessen und an Fulda vorbeifahren, funkelt  die verschneite Wasserkuppe der Röhn ganz deutlich im Sonnenlicht. Großartiges Reisewetter.

Weiden, kurz vor der tschechischen Grenze, ist mir sehr vertraut. Nicht die Stadt kenne ich, sondern Firmen, die hier produzieren oder ihren Firmensitz haben:

Seltmann/Weiden, der Porzellanhersteller, macht robustes Alltagsgeschirr, seit über 100 Jahren ist die Firma in Familienbesitz. Und dann gibt es noch Bauscher, die stellen ebenfalls Geschirr her; allerdings für die Gastronomie und jetzt spezialisiert auch für Krankenhäuser und Pflege. Und dann gibt es da noch Nachtmann Bleikristall, die Firma, die die Gläser hergestellt hat, die zu meiner Aussteuer gehören. Und noch Witt Weiden, den alten Versandhandel für Wäsche und Kleidung.

Erst bei der Recherche wird mir klar: Weiden ist auch die Stadt des Max Reger, der ist in der Nähe geboren und hat hier gelebt und komponiert. Wir finden ein Hotel in der Altstadt (Internet 3€ pro Tag) und machen uns auf den Weg, den Ort zu erkunden. Zuerst gibt es eine kleine Pause draußen vor dem Rathaus. Waffeln mit Eierlikör und Kaffee in der Sonne, den noch geschmückten Osterbrunnen vor Augen.

Weiden 3 Osterbrunnen Weiden Rathaus

Weiden hat 42.000 EW, 1241 wird es zum ersten Mal erwähnt, ein nettes, sauberes, wohlhabendes und übersichtliches kleines Städtchen in Bayern. Eine gute Wahl für den Reisebeginn.

Und gleich finden wir auch einige Merkwürdigkeiten:
Ein Haus mit zwei Türen übers Eck. Und darüber stehen evangelisches Türl und katholisches Türl und etwas weiter die Erklärung dafür.

Weiden 1 Weiden 2

 

Straßenschilder wie es sie nur hier gibt:

Weiden Straßenschild

und Jugendstilgebäude.

Weiden Jugendstil 1 Weiden Jugendstil 2

Der Engel hängt unter der Orgelempore der St. Josefskirche. Die hat mich beeindruckt mit ihrer vollständigen Jugendstilausstattung. Leider wurde gerade eine Andacht gefeiert und wir konnten die Kirche nicht ausführlich besichtigen. Ein Besuch hier lohnt sich auf alle Fälle für Jugendstilliebhaber.

Und noch ein Photo für die Enkelin:
Wir haben an einem Brunnen ein Bild von einem Kind mit einem Steckenpferd gefunden. Schau mal:

Weiden Steckenpferd

Freitag vor der Abfahrt besuchen wir noch das Tachauer Heimatmuseum und den Porzellanfabrikverkauf und dann geht es weiter nach Tschechien. Die Bäder warten auf uns.

 

 

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Neueste Kommentare

Mechthild Verfasst von:

2 Kommentare

  1. April 21
    Antworten

    Gute Reise! Hoffentlich ist die aktuelle Kältewelle bald vorbei, obwohl heute schien ja schon mal die Sonne wieder.
    Grüßle Bellana

  2. April 23
    Antworten

    Hallo Ihr Zwei Reisende,
    Erst heute fange ich an euch per Block zu begleiten. Über Weidens Unternehmen zu schreiben, ohne Auto Teile Unger zu nennen (das einzige Unternehmen das ich aus Weiden kenne und oftmals besucht habe) erstaunt mich ein wenig.. Ich versichere Euch, ihr habt nichts verpasst.
    Eure Geschichte über die Wolfskinder finde ich spannend, Letzten Monat gab es in Ibbenbüren eine Sonderausstellung dazu, die ich leider auch verpasst habe.
    Ich wünsche Euch tolle Erlebnisse, Gesundheit und ein durchhaltendes Auto.
    Ich freue mich auf eure Geschichten.
    Liebe Grüße
    Matthias

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