ruhiger Tag in Zagreb

eigentlich war ein Besuch in der oberen Stadt geplant, die man über Dutzende von Treppenstufen oder mit dem schon mal beschriebenen Funicular erreichen kann. Dieses war aber außer Betrieb wg. Bauarbeiten, so dass wir umdisponierten und herumschlenderten ohne eindeutiges Ziel. Schon am Ban-Jelačić-Platz fielen uns kleine Gruppen von jungen Leuten, die alle gleiche T-Shirts mit Aufdrucken trugen, auf denen ich „škola“ (also Schule) lesen konnte, und die einen Höllenlärm machten mit Trillerpfeifen.

Schueler2 Schueler

Recht bald wurde klar, was los ist: es waren die Absolventen der Highschools, die heute ihren letzten Tag hatten und jetzt sich zum großen Fest auf dem zentralen Hauptstadtplatz versammelten. Es wurden immer mehr, hunderte, Tausende. Ein Polizist, der eine Straße absperrte, damit die Schüler durchlaufen konnte, meinte, es könnten Zehntausend (!!!!) werden, Zagreb habe sehr viele Schulen. Das schien mir doch recht übertrieben, aber es war sehr beeindruckend. Als kleiner Einschub: ich habe schon den Eindruck gewonnen, dass die Bevölkerung alle Balkanländer deutlich jünger ist als die in Deutschland. Nach dem Marsch durch die Innenstadt würden dann alle mit unverändertem Lärm, jetzt vielleicht schon etwas angetrunkener, zurück Richtung Hauptbahnhof und dann weiter an die Sava ziehen, wo dann abgefeiert werden würde. Nachdem die meisten wieder an uns vorbeigezogen waren, kamen ein paar Polizeiwagen und dann gleich die Müllmänner, die Flaschen aufsammelten und fegten; alles perfekt organisiert.

Wir verdrückten uns dann doch in ein Museum, und zwar in die Strossmayer-Galerie der Alten Meister in der Kroatischen Akademie der Wissenschaft und Künste. Der Herr Strossmayer war Bischof von Zagreb gegen Ende des 19. Jahrhunderts und hat Dutzende von Gemälden alter Meister zusammengekauft (?) und dann in diese von ihm begründete Galerie eingebracht. Es war immer das gleiche Thema (Jesus vor, am und nach dem Kreuz), und das hat mich nicht allzusehr angesprochen. Einige andere Meisterwerke habe ich aber photographiert.

Abraham Recamiere

Nachmittags ließen wir es ruhig angehen, fuhren wieder mit unserem 3-Tage-Strassenbahnticket in die Innenstadt und gingen erst einmal in ein Antiquariat in der Nähe der Kathedrale. Tatsächlich fand ich dort ein altes Werk mit dem Titel „Durch Bosnien-Herzegovina kreuz und quer“ von 1897, was ich dann auch mit Kollegenrabatt günstig gekauft habe.

Auf dem Ban-Jelačić-Platz gab es heute nachmittag Veranstaltungen zum Thema „Gleiche Möglichkeiten für alle“, wo es um den Umgang mit behinderten Menschen ging. Da haben wir eine Weile zugeschaut und -gehört und uns dann in die jetzt sehr schöne und warme Abendsonne gesetzt und es genossen. Nach einem wunderbaren kleinen Dinner in einem Fischrestaurant (das werde ich noch als Tip veröffentlichen) auf dem Weg zur Bahn ging es dann ins Apartment.

Noch ein paar kleine Impressionen:

Kommunikation Marmor

 

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