Ungarn – Heviz

Die Slowakei zu verlassen, das geht von Bratislava aus ganz schnell. Österreich und Ungarn sind ja ganz nah. Wir überqueren die Grenze ganz unkompliziert ohne Kontrolle. Nur eine Vignette ist wieder fällig. Wie vorher auch gilt die kleinste Größe für 10 Tage (Kosten hier 11,89 €). Es geht immer nach Süden, zuerst an den Balaton. Auf der Fahrt wird deutlich, der Frühling ist da. Die Weiden haben kleine grüne Blätter, das Gras ist frisch grün gewachsen, sogar an den Forsythien sehe ich grün, fast alle Obstbäume blühen und später werden wir voll aufgeblühte Magnolien sehen.

Frühling 2016

Es wird von Stunde zu Stunde wärmer. 25 Grad wird es werden. Der Weg ist voller unerzählter Geschichten. Immer wieder Gedenkorte für Verunglückte. Besonders aufgefallen ist uns dieser hier für einen Motorradfahrer 2009. Da ist sogar ein Stück des Fahrzeugs eingebaut worden. Gegenüber finden wir dieses Plakat. Hotel zu verkaufen, alle Zimmer werden aufgezählt, inclusive Jagdzimmer und Rezeption. Erst nach einiger Zeit bemerke ich die wirklich sehr abgewrackte Ruine ohne Dach und mit eingefallenen Wänden hinter dem Schild. Unklar ist auch die Geschichte dieser Burgruine am Straßenrand. Karl wird die Geschichte recherieren.

Burg am Weg Ungarn Denkmal Motorrad Hotel zu verkaufen

Wir erreichen den Balaton und fahren am nördlichen Ufer durch die vielen Orte, die sich auf Touristen vorbereiten. Hier wird in spätestens 2 Monaten viel Verkehr herrschen. Jetzt ist es noch beschaulich und gut zu fahren. Unser Ziel heute ganz in der Nähe des Balaton ist der Thermalsee Heviz. Ein echtes Juwel, wenn auch in nicht ganz so schöner Fassung. Der Hervizsee (4,4 Hektar Fläche) ist der größte Thermalsee der Welt und sein Wasser ist selbst im Winter noch über 20 Grad warm. Heute sind es 29 Grad. Schaut euch dieses Bild hier an um einen  Eindruck zu bekommen. In den See gebaut ist ein großes Kurhaus mit Räumen für Anwendungen und Ruhemöglichkeiten, Umkleiden und über Treppen geht es ins Wasser. Unser einfaches kleines Hotel hatte uns schon mit Poolnudeln ausgestattet. Fast jeder Besucher hat so eine. Man hängt sich da rein und genießt das warme unbehandelte Wasser.

Ungarn Poolnudel Poolnudel 2

Es riecht ganz dezent nach Schwefel und sonstigen gesunden natürlichen Elementen. Der Boden des Sees bedeckt Heilschlamm und der wird zu Packungen verarbeitet. An verschiedenen Stellen wachsen dunkelrote Seerosen. Einige blühen schon. Dieser See wird zu Heilzwecken mindestens seit der Römerzeit genützt. An dem See ist ein Ort entstanden, der sich der Heilkunst in unterschiedlichen Formen widmet. Viele verschiedene medizinische Dienste preisen ihre Angebote an, auch Augenheilkunde, Zahnmedizin und asiatische Formen der Behandlung kann man nützen. Es gibt eine unglaubliche Zahl von Hotels, oft mit eigenen Bädern und Wellnessangeboten. Nie habe ich so viele Geschäfte gesehen, die Badeanzüge und Bikinis in großen Größen anbieten. Und es gibt eine Menge Nippes und Unsinniges. Da muss man durch, um dann im warmen Wasser des Sees großen Genuss zu erleben. Eine merkwürdige Nebenwirkung hat das Wasser auf meinem silbernen Vorsteckring gehabt. Er sitzt vor dem goldenen Ehering und ist jetzt nach dem Bad auch ganz goldfarben geworden. Irgendeine chemische Reaktion? Vielleicht kann mir meine Schwiegertochter das erklären.

Und am Abend probieren wir ungarische Küche und ich werde wieder erinnert:
Gulasch ist hier eine Suppe. Das, was bei uns unter Gulasch verstanden wird, ist hier Pörkölt und Paprikasch ist ein gulaschartiges Gericht ohne Paprika mit saurer Sahne. Und der Wels kommt aus dem Balaton. Mein Welspaprikasch war vorzüglich. Und die Schomlauer Nockerln als Dessert waren wunderbar, aber die ganze Portion war eindeutig zu viel für meinen Magen.

Neue Beiträge

Neue Kommentare

Mechthild Verfasst von:

2 Kommentare

  1. Dagmar
    5. April 2016
    Antworten

    Ihr Lieben,
    Ihr ermöglicht mir eine echte Reise in die Vergangenheit:
    Ulli und ich waren 1982 in Ungarn. Auch in oben beschriebenem Thermalbad. Sowohl das als auch die Umgebung sahen damals völlig anders aus.
    Wir waren mit unseren Motorraedern unterwegs. Damals war das eins der wenigen Länder, in denen Menschen aus der DDR Urlaub machen konnten.
    Haben viele junge Menschen in unserem Alter (Mitte 20) am Balaton beim Zelten getroffen. Für die war der Urlaub eine echte Investition, für mich als „arme“ Studentin spottbillig. Schön-Eure Reise verfolgen zu können!
    Dagmar
    P.S. die Gärtner waren gestern da.

  2. Mechthild
    6. April 2016
    Antworten

    So so, du bist mit dem Motorrad am Balaton gewesen, so eine lange Strecke, Respekt.
    Schöner Gruß Mechthild

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.