Belgrad – Beograd

Der zweite Tag und für alle die es interessiert, Karl hat im mit Kochlöffeln notreparierten Bett gut geschlafen und jetzt hat der  Vermieter ihn auch geleimt, den Lattenrost. Wir haben uns heute Zeit genommen und durch die Altstadt treiben lassen. Besonders durch die kleineren Nebenstraßen sind wir gewandert. Hier gibt es noch viele alte vier- bis fünfstöckige Häuser, die meisten sind in schlechtem Zustand und warten auf wirtschaftlichen Aufschwung, Investoren und dann Gentrifizierung. Im unteren Stockwerke sind die Geschäfte und Lokale zum Teil schon renoviert und edler. Alle haben  Sitzplätze draußen. Lauschige Höfe sind zu Szenelokalen umgebaut und das entsprechende Publikum ist da.

Lokal Belgrad Altstadt

Wir sehen aber auch noch ältere Menschen die kleine Lebensmitteleinkäufe am Kiosk um die Ecke machen. Von diesen Kiosken gibt es hier viele. Sie erfüllen den normalen Bedarf an Lebensmitteln, Fleisch, Käse, Wurst, Alkoholika etc., Es gibt dort auch Hygieneartikel, Putzmittel und so weiter.

Belgrad ist eine hügelige Stadt, unerwarteterweise. Die alte Festung liegt eben auch auf einem hohen Berg und überblickt die Sava und die Donau, und an den aufsteigenden Hängen liegt die Altstadt. Wir steigen also immer rauf und dann wieder runter. An vielen Ecken stehen Brunnen und kleine Denkmäler. Zwei Beispiele:

Jungergesellebrunnen

Dieser hier ist 1931 entstanden und erinnert an  Auseinandersetzungen (3.-15 Juni 1862) von türkischen Soldaten und serbischen Handwerksgesellen um Wasserschöpfen. Einer der jungen Gesellen wurde getötet. Das war der Stadtschuss für längere Auseinandersetzungen.

Sarajevobrunnen

Dieser Brunnen war ein 1989 ein Geschenk der Stadt Sarajevo. Jetzt treffen sich dort Männer und trinken und palavern.

Zwei von über 40 Museen haben wir besucht. Im Ethnographiemuseum habe ich die großartige Ausstellung über die unterschiedlichen Trachten des Balkans gesehen. Dazu werde ich unter der Überschrift Mode ein gesondertes Post verfassen. Es gab noch eine interessante Sonderausstellung über Wandbehänge der kanadischen Inuit. Naive Darstellungen mit interessanten Handarbeitstechnicken.

Inuit Wand 2 Inuit Wand Detail

Inuit Wand 1 Inuit Wand 3

Das jüdische Museum erzählt die Geschichte der Belgrader Juden, woher sie kamen, ihre Bedeutung für die Kultur der Stadt und ihre Vernichtung wärend der deutschen Besatzung. Zur Zeit hat die Belgrader Gemeinde wieder 2000 Mitglieder. Ein junger Österreichischer mit serbischen Wurzeln leistet dort zur Zeit seinen Militärersatzdienst  (Gedenkdienst) ab und er hat uns in die Ausstellung eingeführt. Glück für uns so,  konnten wir einfacher Fragen beantwortet bekommen. Leider ist die Ausstellung selbst etwas verstaubt. Dieses Museum liegt ebenfalls am Berghand, und direkt nebenan ist die letzte Moschee Belgrads, die noch in Betrieb ist!

Viele Graffitis haben wir fotografiert. Sie haben ja einen Extraplatz hier.  Es gibt hier eine Serie von Bildern an den Häusern deren Sinn sich uns noch nicht erschließt:

Mann an Haus Belgrad 2 Mann an Haus Belgrad 1

Und noch zwei Fundstücke für die Freundinnen:
es gibt hier 4 Filialen mit Fly London Schuhen. Das ganze Sortiment in vielen Farben. Ich werde sicher welche mitbringen.

Fly London Belgrad

Und die Mode? Fast wie in Bielefeld. Hier zwei Schnappschüsse:

Mode in Belgrad 2 Mode Belgrad 1

Der Himmel war den ganzen Tag bedeckt und es hat ganz wenig geregnet. Trotzdem ist es schön warm, 22 Grad. Jetzt am Abend sitzen wir draußen in unserem Frühstückscafe um die Ecke der Wohnung in Mamma’s Biscuit House und es gibt nicht nur Internet wie in allen Bars und Cafes, sondern sogar WiFi Phone Charge als Service.

Bloggen in Belgrad

 

 

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