Bitola

Gerti fragt, wie wir das mit dem Autofahren machen? Wir wechseln täglich, egal wie lange die jeweilige Strecke ist. Und sie möchte wissen, wie wir uns im Bazar verständigen. In der Regel sprechen wir Englisch, die jungen Menschen in Bulgarien und in Mazedonien lernen das in der Schule. Immer wieder gibt es aber auch Männer, die mit uns Deutsch sprechen, uns sogar auf Deutsch ansprechen, wenn sie hören wie wir miteinander sprechen. Die haben dann in Deutschland oder der Schweiz gearbeitet. Fast alle Speisekarten haben englische „Untertitel“. Überhaupt gibt es im Straßenbild viele lateinisch geschriebene Worte, sogar auf den Schultaschen kleiner Kinder gibt es das. Manchmal helfen uns unsere Sprachkenntnisse nicht weiter und dann geht es auch ohne Worte. Drauf zeigen, freundlich und interessiert gucken und schon dürfen wir das seltsame weiße Zeug probieren und finden heraus, es ist dicker, gesalzener Joghurt mit eingelegten Paprika, der gut schmeckt. Und es entstehen daraus kleine Abenteuer, z.B. wenn die Speisekarte nur kyrillisch vorhanden ist und wir aufs geradewohl was bestellen. Karls große Leidenschaft ist es aber, das kyrillische Alphabet zu verstehen und wir reimen uns dann was zusammen.

Wir planen noch bis  Anfang Mai in Mazedonien zu bleiben und für die restlichen Tage sind die schönsten Stellen des Landes vorgesehen (Bitola und Ohrid), so sagen uns zumindest die Mazedonier, die uns Tips geben. Wir sind für zwei Tage in Bitola. Diese Stadt, früher auch Manastir genannt, war  ein wichtiges kulturelles und auch administratives Zentrum. Skopje hat ihr diesen Rang erst 1945, zu Beginn der Zeit als Teilrepublik in Jugoslawien , abgenommen. Mit 75000 EW ist sie immerhin noch die zweitgrößte Stadt des Landes. Wir haben ein nettes B&B direkt in der Innenstadt in einem der alten Häuser bezogen. Überhaupt ist typisch für Bitola, dass es aus der Zeit, in der die Stadt mazedonisches Zentrum war und alle europäischen Länder hier Konsulate und Botschaften hatten, noch eine Menge mitteleuropäisch anmutender Architektur gibt.

Fußgaenergzone Bitola 2 Bitola Haeuser Grand Hotel Mazedonien Bitola Haeuser 3

Wir machen einen ersten Orientierungsgang durch die Stadt. Es ist ja Samstag Nachmittag. Durch die Stadt führt eine 1 km gerade Fußgängerzone. Unglaublich, sie ist voller Menschen, alle flanieren hoch und runter und wieder hoch. Rechts und links Straßencafes voller Menschen, viele Kinder mit ihren Fahrrädern.

Fußgaengerzone Bitola

Wir besuchen das „türkische Viertel“ mit Basar. Zur Zeit des osmanischen Reichs ein wichtiger Handelsort und noch erhalten, wenn auch nicht mehr sehr gepflegt. Geschäfte und Werkstätten haben erheblichen Leerstand. Offensichtlich ist unklar, wie sich das ganze weiter entwickleln wird.

Tuerkischer Teil Bitola

Im überdeckten Basar ist der Gemüse-, Blumen- und Krammarkt gerade noch geöffnet. Überall wird jetzt um 16.00 Uhr  eingepackt. Auch hier treffen wie einen Mann, der in Deutschland gearbeitet hat, gerne mit uns Deutsch spricht und jetzt Karl drei Paar Socken verkauft (für 100 Denar, also 1,50 €, ein Sonderpreis wg. der guten Qualität, sonst kriegt man für den Preis 5 Paar).

Markt Bitola 2 Markt Bitola

Es gibt mindestens noch drei alte Moscheen aus dem 16. Jh. in der Stadt. Zur osmanischen Zeit soll es mal 40 gegeben haben. Zwei wollen wir besuchen, aber sie sind verschlossen. Die älteste und größte wird gerade mit Hilfe der türkischen Regierung renoviert, auch ein Tika Projekt, die zweite ist zugeschlossen und die Tauben fliegen durch die zerbrochenen Fenster.

Moschee 1 Moschee 2

Die orthodoxe Kirche ist geöffnet und wir schauen eine Weile dem Küster zu, wie er die Kerzen löscht. Jetzt haben wir ja schon viele orthodoxe Kirchen angeschaut. Auch diese hat etwas besonderes. Ein Tonnengewölbe voller alter Fresken mit dunklen Farben bemalt und eine doppelstöckige Ikonostase von ganz eigener Art.

orthodoxe K Bitola

Am Abend setzen wir uns zu den Verliebten an den Brunnen und warten auf die Licht- und Musikaufführung, die jeden Abend um 21.00 Uhr stattfinden soll. Heute aber passiert um die Zeit nichts, wahrscheinlich beginnt das Schauspiel erst ab Mai, wenn mehr Touristen da sind.

Bitola Brunnen dunkel

 

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Mechthild Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. Klaus
    26. April 2015
    Antworten

    Hi Mechthild und Karl!
    Eure Globetrotter-Reisbuchautoren-Fotografen-Fähigkeiten sind ja eine echte Überraschung. Wir kommen gar nicht mehr dazu, meine Süddeutsche zu Ende zu lesen, weil wir uns abends in Eure Me-Karl-Reisen vertiefen.
    Vielen Dank und gute Reise, Klaus und Renate!

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